Keine Zwänge? JA zur Familie!

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Wie sieht die schweizerische Familie im Jahr 2013 aus? Wenn wir am 3. März über den Familienartikel abstimmen, haben wir die Wahl: Auf der einen Seite steht die althergebrachte Vorstellung der klassischen Kleinfamilie. Auf der anderen Seite steht die Chance, das Familienbild zu öffnen und dem Staat den Auftrag zu erteilen, mehr Betreuungsangebote zu schaffen.

Aber muss der Ausbau der Kinderbetreuung durch den Staat die freiheitsliebenden Bürger nicht aufschrecken – und sie aus Furcht vor der Züchtung von “Staatskindern” gegen den Familienartikel stimmen lassen?

Es stimmt, wir Schweizer bekennen uns zur Freiheit. Individuelle Selbstbestimmung ist gesetzlich verankert, und der Schutz des Einzelnen vor dem Zugriff des Staates hat Tradition. Doch gerade in so einer freien Gesellschaft gedeihen viele verschiedene Lebenswege. Entsprechend vielfältig sind auch die Familienkonstellationen in unserem Land: Alleinerziehende Väter, berufstätige Elternpaare mit Kindern, gleichgeschlechtliche Eltern oder – natürlich – die “klassische” Kleinfamilie, in der die Mutter zu Hause bleibt, während der Vater das Geld verdient. All das ist Realität. “Die” schweizerische Familie im Jahr 2013 gibt es nicht. Und das ist eine gute Nachricht für alle, die das eidgenössische Ideal der Freiheit ernst nehmen.

Mit dem Familienartikel wird den Schweizern eine Verfassungserweiterung vorgelegt, die genau diese Vielfältigkeit berücksichtigt. Denn im Wortlaut des Artikels heisst es, dass “familienergänzende Tagesstrukturen” geschaffen werden sollen. Der Text lässt also offen, wie die Familien im Einzelnen aussehen – und trägt damit der vielseitigen Realität Rechnung anstatt Gleichheit zu unterstellen, wo keine Gleichheit ist.

Gleiche Chancen für alle

Was der Familienartikel jedoch klar anstrebt, ist die Gleichheit der Chancen. Es muss der Anspruch einer freien und gerechten Gesellschaft sein, dass nicht das Geschlecht oder die individuelle Familiensituation darüber entscheiden, wer berufstätig ist und wer nicht. Eine bessere Kinderbetreuung hat in vielen Ländern für höhere Frauenerwerbsquoten gesorgt und damit die Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Betätigung von Frauen und Männern nachweislich angeglichen.

Bei der Kinderbetreuung geht es nicht darum, Kinder in eine ideologische Erziehungsanstalt zu sperren, um sie zu unterwürfigen Staatsdienern zu züchten. Übrigens sind auch unsere öffentlichen Schulen nicht für ihre ideologische Aufladung bekannt. Zudem ist durch den Familienartikel über die Ausgestaltung der Kinderbetreuung noch nichts gesagt – neben staatlichen kommen natürlich auch private Träger in Betracht. Überhaupt wird kein Kind in eine staatliche Kindertagesstätte oder einen Hort gezwungen. Es wird lediglich ein Angebot gefördert, das echte Wahlfreiheit erlaubt.

Staatskinder – nur ein Märchen

Von diesem Blickwinkel aus betrachtet, bricht der Vorwurf von der Heranzüchtung von “Staatskindern” in sich zusammen. Tatsächlich ist das Gegenteil richtig: Denn mit dem Ausbau der Kinderbetreuung nimmt sich der Staat selbst zurück, indem er eben kein geschlossenes Familienbild mehr voraussetzt. Der Familienartikel wird zum Startpunkt einer Familienpolitik, die endlich von der Familie aus gedacht wird und nicht auf einem staatlich diktierten Wunschbild aufbaut. Der Staat folgt den Familien, indem er Betreuungsmöglichkeiten schafft, die individuell und den Bedürfnissen entsprechend genutzt werden können. Wer sich für eine Familienpolitik entscheidet, die die Familien ins Zentrum stellt, sagt deshalb JA zum Familienartikel!

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Marco Fritschi

Ein berufstätiger Informatiker, der Software entwickelt, Projekte leitet und Lernende ausbildet.

Ein interessierter Winterthurer, der interdisziplinär das Wirtschafts- und Rechtssystem studiert und hinterfragt.

Ein sozialliberaler Politiker, dem Nachhaltigkeit, Gemeinwohl und die Menschenrechte als Leitbild dienen.

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Marco Fritschi

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